NLP Practitioner

ChrisTina Maywalds Projektarbeit
anläßlich des NLP-Practitioner-Testivals
in Litschau am 25./26. November 2000

Die Ausgangssituation

  • Ich konnte auf keinen Balkon ganz vor zum Geländer gehen, da ich das Gefühl hatte, runter zu fallen – oder runterspringen zu müssen.
  • Ich konnte keine durchbrochenen Stiegen rauf – und schon gar nicht hinuntergehen – und am tragischsten war es, wenn es nur ein niedriges oder kein Geländer gab.
  • Ich konnte auf einem Berg und/oder Felsen nicht ganz zum Rand vor gehen, da ich das Gefühl hatte, hinunter zu fallen.

Einige typische Beispiele

Wir waren bei einem Arbeitskollegen eingeladen, der in einer Mietswohnung im zweiten Stock wohnte. Er führte uns auf den Balkon – ein kleiner Balkon mit einem unebenen Boden und dünnem Eisengeländer – ich verweigerte und war durch nichts zu bewegen, diesen Balkon zu betreten – ich ging durch die Tür und hatte das Gefühl hinunterzufallen – ich ging sofort wieder zurück ins Wohnzimmer.

Betriebsausflug auf die Rax – kein Problem – es gibt keine steilen Stellen – alles harmlos – das war die Aussage. Die steilen Stellen, die dann doch kamen, wo wir an Seilen durch die Felsen mussten, waren beim Anstieg, d.h. ich schaffte es ohne nennenswerte Probleme. Nach Mittagspause begann der Abstieg – ein bergerfahrener Mit-Geher erklärte mir, es geht nur mehr über Schotter und durch Wald bergab. Plötzlich standen wir auf einem begrasten Plateau – und es führte kein Weg weiter. Man erklärte mir, ich müsse ja nur zwei Schritte in die Felsen steigen, danach gäbe es sowieso ein Seil – doch diese zwei Schritte lösten sofort Panikreaktion in mir aus – manche nannten es Hysterie – der „big Boss“ bot mir an, mir die Hand zu reichen, mich zu stützen – ich reagierte noch panischer – da die Alternative aber 6 Stunden Fußmarsch zurück gewesen wäre, und ich auch dort mit Seilen durch Felsen gemusst hätte, schaffte ich es nach einem fast-Nervenzusammenbruch, mich an den Rand des Plateaus zu setzen, mich festzukrallen und diese zwei Schritte bis zum Seil zu machen. Der restliche Abstieg erfolgte danach weiter verkrampft und panisch – und ich war fast eine Woche danach noch krank und nicht gehfähig.

Wir waren vor Jahren zum Silvesterfeiern bei Freunden geladen – alles war toll arrangiert – wir würden bei ihnen schlafen – da ich endlich auch einmal etwas trinken wollte – wir feierten – aßen – ich trank ein Glas Bowle – dann zeigten sie uns „unser Zimmer“ – über Holzstufen, zwischen denen man beim hinaufgehen durchsah – ganz oben kein Geländer zum anhalten – die Toilette im Erdgeschoss – ich hörte sofort wieder zu trinken auf und fuhr um 2 Uhr früh freiwillig nach Hause – um nichts in der Welt wollte ich diese Treppen in der Nacht rauf- oder runter gehen müssen.

Im Dezember 1998 war ich auf einem Seminar in Traunstein (Waldviertel), wo hinter dem Friedhof ein Felsen in die Landschaft ragt – er reizte mich – ich wanderte so weit wie möglich hoch – dann kam ein dickes Seil zum anhalten – und ein schmaler Pfad führte am Felsen entlang nach oben – ich überwand mich – kämpfte mich höher – als ich am Plateau ankam, verlies mich der ganze Mut und ich machte einfach kehrt – ungeachtet der schönen Aussicht, die sich mir bieten würde, wenn ich mich einfach aufrichtete – frei mitten am Felsplateau stehend – ich konnte nicht – meine Knie schlotterten, mein Herz raste – ich war total verunsichert – haltlos – panisch – kämpfte mich irgendwie wieder zurück.

Zielzustand

Ich stehe auf Balkonen und Berggipfeln und geniesse den Blick ins Tal ich fühle mich ge-erdet und mit der Natur eins und
ich gehe jegliche Arten von Stiegen hoch- und auch wieder hinunter – egal, ob es ein Geländer gibt oder nicht – sicher und entspannt.

Phobietechnik PeerGroup 23.6.2000

Von Susanne durch den Prozess geführt, schaffe ich es, dissoziiert in Salzburg an das Geländer einer Brücke über die Salzach zu gehen und mich hinzulehnen. Beim zweiten Versuch erscheint mir diese Situation sogar zu wenig gewagt und ich wechsle auf den Mönchsberg, lehne mich dort oben an – und beim dritten Versuch sogar über das Geländer.

Balkon 6. Stock 23.6.2000

Nach der Übung nahm ich mir vor, als nächsten Schritt auf den Balkon der Eltern meines Lebenspartners (Fritz) im 6. Stock zu gehen und mich real darauf zu lehnen. Ich hatte zwar noch immer ein Gefühl von Schwindel, doch ich fühlte mich wesentlich sicherer als je zuvor in ähnlichen Situationen.

Hausstein 14.8.2000

Ein Hausberg meiner Kindheit – ich war schon ewig nicht mehr oben – wagte den Schritt – ihn mit Fritz zusammen zu besteigen – nach längerem Aufstieg durch den Wald kämpften wir uns den „Felsen“ hoch – es sind Steine zum drüberklettern, wo man aber von Bäumen umgeben ist und nicht ins Tal sieht.

Wir kamen aufs Plateau – ich wagte mich vor bis an einen Felsen, der wie ein Geländer vor mir hochragt – schaue dahinter ins Tal – dann ging ich rüber zum Gipfelkreuz – stellte mich frei auf das Felsplateau – war stolz auf mich – schaute übers Tal – ins Tal hinunter – und meine Knie gaben nach – ich hatte sofort wieder das Gefühl – hinunterzufallen – drehte mich um – flüchtete auf die Wiese.

Hohe Wand 26.8.2000

Wir machten einen Kurzausflug – Seminartermine fixieren – etwas spazieren gehen. Wir gingen rund ums Wildgehege auf der Hohen Wand, kamen zur Aussichtswarte – Holzstiegen und Holzgeländer führen hoch nach oben – es reizte mich – gleichzeitig hatte ich panische Angst.

Fritz sagte, er überlässt es mir und ich wußte, er würde mich nicht auslachen, wenn ich umdrehe – ich wagte es – auf der ersten Ebene kamen uns Menschen entgegen, ich schaute nach unten – es war aus – ich drehte um, ging zurück – mit Watte in den Knien.

Wir wanderten weiter – schlugen den falschen Weg ein – kamen nochmals zurück zur Aussichtswarte – ich nahm’s als Zeichen – versuchte es nochmals – ich schaffte es bis zur dritten Ebene, dann verließ mich der Mut – kam die Watte in meine Knie und ich drehte wieder um.

letzte Übung 2.9.

Kurz vor der letzten Übung des Practitioners erzählt Roman eine Geschichte, in welcher ein Mann an der Klippe steht und nicht weiß, ob er seine Grenzen überschreiten soll.
Dies ist der Moment, in der mir die Erkenntnis kommt, dass meine Höhenangst – zumindest teilweise – aus der Angst resultiert, meine Grenzen zu überschreiten.

In der letzten Übung bittet uns Roman, unseren Lieblingsplatz aufzusuchen, an welchem wir eine ganz tolle Aussicht hätten:
Ich stehe irgendwo oben auf einer Klippe und sehe ins Tal hinunter, stehe ganz vorne, habe keinerlei Höhenangst.

Danach sollen wir eine Eingangstüre erschaffen:
Meine Tür entsteht genau auf der Klippe, wenn ich durch die Tür gehen möchte, müsste ich ins Freie treten. Ich überlege, ob ich mir die Türe wo anders vorstellen solle, entscheide mich aber dafür, den Traum meines Unbewussten weiter zu träumen……….

SixStep Reframing 3.9. zu Hause

Meine Erkenntnis, dass meine Höhenangst mit der Angst vor dem Überschreiten von Grenzen zusammenhängt, veranlasst mich, am Sonntag früh ein 6 Step-Refraiming durchzuführen.

Ich verbinde mich mit dem Teil in mir, welcher verantwortlich für meine Höhenangst ist, begrüße ihn, danke ihm für seine Tätigkeit und bekomme bestätigt, dass er mich davor bewahren will, meine Grenzen zu überschreiten.

Bei der anschießenden Konferenz mit meiner Kreativabteilung entsteht als gangbare Alternative meines Teiles, dass er es in Zukunft genießen wird, mit mir an meine Grenzen zu gehen, da ich mich selbst in der Lage fühle, zu entscheiden, wann und wo ich Grenzen überschreiten will.

Ich bin den ganzen Tag in einem euphorischen Zustand, raffe mich zu einem Waldspaziergang auf und mache auch meine Massensendung. Ob sich meine Höhenangst gebessert hat, kann ich allerdings nicht gleich ausprobieren, aber es wird sich in Kürze eine entsprechende Gelegenheit dazu ergeben.

Lucca 28.9.2000

Fritz hat gesagt, es führen Steinstufen in den Turm hinauf – den Turm, der oben mit Bäumen bewachsen ist – wir zahlen Eintritt – schreiten munter die Steinstufen hinauf – ich schaffe es zwischendurch zu fotografieren – vor den ersten Metallstufen packt mich leiser Horror – ich wage es, gehe weiter.

Es kommt ein Steinboden und es führen innen an der Wand des Turmes Metallstufen in drei Etagen höher – Horror weicht panischer Angst – ich atme einige Male tief durch – halte mich am Geländer an – schreite weiter – nach drei Stufenkehren komme ich auf die erste Gerade, die zum anderen Ende des Turmes führt – danach würden die nächsten Stufen weiter nach oben gehen.

Ich schaffe es nicht – meine Knie versagen den Dienst – mein ganzer Körper zittert – ich gebe Fritz den Fotoapparat – gehe zurück – setze mich auf die Steinstufen und ärgere mich über meine Unfähigkeit.

Ich könnte heulen vor Zorn darüber, dass ich hier herunten sitze und unzählige Menschen einfach an mir vorbei gehen als wäre das ein ganz gemütlicher Spaziergang – ich schalte ab, gehe in mich – überlege, woher diese panische Angst kommen könnte – ich weiß, dass ich sie hatte, solange ich mich zurück erinnern kann.

Doch plötzlich fällt mir die St. Pauls-Cathedral in London ein – ich war dort 1973 – kann mich wieder genau erinnern – wie die Panik immer größer wurde – je höher wir hinaufschritten – Eisentreppe – durchbrochene Stiegen – nach unten offen – Gedränge – ich kann nicht zurück – muss mit dem Strom weiter. Kann es sein, dass meine extreme Panik aus dieser Situation resultiert?

Als Fritz zurück kommt erzählt er mir, dass ihm beim Runterschreiten die St. Pauls Cathedral eingefallen ist – Zu-fall? Ich stehe vor den untersten Metallstufen – verdränge die gleich wieder aufkommende Panik und gehe hinunter – mich mit beiden Händen am Geländer anhaltend.

Neudefinition des Problems

Ich bekomme meine Panikattacken, wenn ich irgendwo frei stehe, höher als ca. 2 m om Boden und ich kein massives Geländer zur Verfügung habe. (Bin ich für mich alleine nicht überlebens­fähig ? – habe ich noch immer gewisse Zweifel an meinen Fähigkeiten ? – brauche ich noch immer eine Stütze, um nicht ins Bodenlose zu fallen ?)

SixStep Reframing 1.10. Toscana

Nachdem ich beim Turm von Lucca derartig unfähig war, mache ich am Sonntag morgen nochmals für mich selbst ein SSR – ich überlege mir vorher genau den Ablauf und versetze mich – im Bett liegend – in tiefe Trance – für die Rückholung nehme ich mir vor, dass ich durch irgendein Geräusch wach werden werde, außerdem will ich mich an alles erinnern können um es mir danach gleich aufzuschreiben.

Ich rufe den Teil in mir, welcher für das Gefühl des „Hinunterfallenmüssens“ verantwortlich ist und begrüße ihn, danke ihm für seine Arbeit und dass er gekommen ist – und setze mich mit ihm auf die Terasse.

Wir plaudern angeregt und er teilt mir mit, dass er mich beschützen will, damit ich nichts unüberlegtes mache, wenn ich irgendwo frei oben stehe. Außerdem findet er, dass ich in derartigen Situationen zu wenig in mir – zu wenig zentriert und geerdet bin.

Ich danke ihm für seine Arbeit, schlage ihm vor, andere Wege zu überlegen, wie er mir in Zukunft beistehen kann und bitte meine Kreativabteilung um Mitwirkung – irgendwie sind plötzliche viele auf der Terrasse, die angeregtes Brainstorming machen.

Es kommen Ideen, wie

  • vor Besteigung eines Berges oder Turmes stelle ich mir vor, ich wäre ein großer Berg – fest verankert
  • mich vorher auf ein Feld mit Sonnenblumen konzentriere und die Energie mitnehme
  • mir vorstelle, ich stehe auf einer Blumenwiese, verbinde mich mit deren Kraft

Nichts klingt wirklich befriedigend und wir debattieren einige Zeit über weiter Möglichkeiten, bis mein „Problemteil“ plötzlich vorschlägt, dass er mich in Zukunft bei derartigen Wagnis dadurch unterstützen könnte, in dem ich vorher meine Baummeditation mache und er mir zusätzliche Energie zur Verfügung stellt und mir hilft, mich tief und fest im Hier und Jetzt zu verankern.

Es klingt gut – ich bin begeistert – auch meine kreativen Teile sind erfreut und verblüfft – wir bleiben noch etwas auf der Terrasse sitzen, stoßen auf unsere Einigung an und ich bedanke mich noch mal bei allen Teilen für ihre Mitarbeit – und komme zurück, da die zwei Hunde unseres Vermieters zu bellen beginnen.

Ich stelle fest, dass ich bei derartigen Selbst-Erfahrungen frei von irgendwelchen Erwartungen und Vorstellungen sein muss, dass der letzte SSR anscheinend nicht funktioniert hat, weil ich mit vorgefasster Meinung in die Übung ging und mich nicht genug in mein Un-Bewusstes fallen lassen konnte.
Ich hatte heute ein ganz anderes Empfinden während der Übung, die Teile waren viel greifbarer, es war wirklich eine Diskussion
die ganze Situation war realer.

Seminar Huna II – 18/19.10.2000

Anläßlich einer “Reise in den inneren Garten” erschaffen wir darin auch eine Stelle, welche eine Problemsituation darstellt. Danach kommt irgendwoher die Lösung dieses Problems – oder irgendetwas ähnliches.

Ich sehe als Problembereich eine unebene Betonfläche mit einem mickrigen verbogenen Eisengeländer. Ich lehne mich an, das Geländer gibt nach und als ich irgendwo hinunterfalle kommt ein riesiger Drache, der mich auf seinem Rücken nimmt und mit mir durch Raum und Zeit fliegt.

Mein Drache ist ein ganz lieber, kuscheliger, der mir bewusst macht, dass ich mich auch einmal fallen lassen kann – und mir die Sicherheit gibt, dass ich aufgefangen werde. Und ausserdem zeigt er mir, wie schön das Gefühl ist, durch Raum und Zeit zu reisen und tagzuträumen.

Change History – PGT 13.11.2000

Anläßlich des letzten PGT in Wiener Neustadt führt mich Petra durch einen CH-Prozess. Ich erinnere mich an das Erlebnis von Lucca – danach den Betriebsausflug auf der Rax – dann die Treppe in die Kuppel der St. Pauls-Kathedrale – das nächste ist eine Wanderung zur Aussichtswarte am Kitzberg – und dann wird es undeutlicher.

Ich gehe immer weiter zurück und kann mich auf einmal an ein Gefühl des Fallens erinnern, und ich höre rauschendes Wasser und nehme die Bewegung wahr – nicht visuell – eher nur das Gefühl. Und es ist irgendwo oben – als ob ich auf das ein Wasser zufallen würde, und es rauscht ganz stark, fast ein Tosen.

Und ich erinnere mich plötzlich daran, dass mir meine Eltern erzählten, dass mein Großvater einmal von einem Auto angefahren wurde, als er mit mir im Kinderwagen spazieren ging – und mir wird plötzlich klar, dass in dieser Situation der Kinderwagen auf einer ganz bestimmten Brücke – mit einem Wehr in geringer Entfernung – umkippte und ich irgendwie auf das Wasser zuflog.

Petra begleitet mich noch etwas zurück, holt mich heraus und führt mich in eine Meta-Position, in der ich feststelle, dass mir Sicherheit, Geborgenheit und Erdverbundenheit gefehlt hatten in dieser Situation.

Ich versetze mich in eine derartig guten ressourcevollen Zustand, Petra verschmiltzt die beiden Anker und führt mich mit der neuen Ressource wieder Schritt für Schritt in die Gegenwart zurück. Bei der folgenden Nachbesprechung stelle ich/wir fest, dass es in diesem Falle für mich besser war, nicht mit der guten Ressouce durch die time-line zu gehen, da genau diese Ressourcen etwas sind, was ich früher nicht zur Verfügung hatte.

Neben dem AHA-Erlebnis, nun endlich zu wissen, wovon meine Höhenangst kommt, habe ich bei dieser Übung wieder einmal festgestellt, dass man sich nicht immer ganz genau an die Vorgaben halten muss – manchmal ist eine kleine Abweichung – im richtigen Moment – wesentlich effizienter.

Abschliessende Zusammenfassung

Das Problem „Höhenangst“ war eigentlich nie wirklich ein Problem in den letzten Jahren, da ich einfach vermieden habe, mich in derartige Situationen zu begeben. Angespornt durch meine ersten Schritte im NLP kam dies dann wieder als Thema an die Oberfläche.

Vor einigen Jahren hatte ich einmal überlegt, eine Rückführung zu machen, da mich interessierte, warum es im meiner Kindheit ein „schwarzes Loch“ gibt. Und es war mir irgendwie von Anfang an klar, dass diese beiden Themen irgendwie zusammenhängen.

Der Ehrgeiz, die Herausforderung „Höhenangst“ für mich zu lösen, um eventuell später einmal anderen bei ähnlichen Themen zu helfen, beflügelte mich, es zum Projekt-Thema zu machen. Und ich muß gestehen, es hat sich gelohnt und ich bin mit den Ergebnissen zufrieden:

  • Ich weiß die Ursache der Höhenangst (und ich nehme an, auch der daraus resultierenden Verdrängung, da einige Erinnerungen schrittweise wieder kommen).
  • Ich habe einige grundlegende Verbesserungen in meinen Reaktionen feststellen können, ich bin in derartigen Situationen wesentlich sicherer und erdverbundener.
  • Ich bin überzeugt davon, dass auch der Glaubenssatz, „dass ich nicht auffallen darf, da ich ansonsten nur Schwierigkeiten bekomme“ mich jahrzehntelang hinderte, meine Grenzen zu überschreiten und er mich auch daran hinderte, mich fallen zu lassen.
  • Ich kann zwar noch immer nicht auf die Aussichtswarte auf der Hohen Wand raufgehen, aber ist es wirklich so notwenig, das zu tun? Und ich bin sicher, irgend wann schaffe ich auch das – ich wills jetzt wirklich nicht überstürzen.
  • Ich habe den Teil in mir, der mir hilft, mich vor derartigen Experimenten besser zu erden und ich habe meinen Drachen, der mich beschützt.
  • Ich habe in der Phobietechnik einige wichtige Erkenntnisse erlangt (bei einer Arbeit, in welcher ich als B durch den Prozeß geführt habe und darauf kam, dass der „innere Film“ ganz etwas anderes ist, als ich ursprünglich angenommen hatte)
  • Ich habe eine gewisse Sicherheit und Routine im Umgang mit Six-Step-Refraiming und kann es jederzeit auch für mich selbst durchführen.
  • Ich habe erkannt, wo – für meine Herausforderung – die Vorteile von Change History zu Phobietechnik liegen.
  • Und ich habe wiedereinmal bestätigt bekommen, dass es die unterschiedlichsten Methoden gibt, an ein Problem heranzugehen – und je weniger frau (natürlich auch mann;-) sich beschränkt, desto besser funktioniert jede einzelne davon.

Und so geht’s weiter -)

Alter Peter in München 11.12.2000

Nachtrag während ich diese Seiten ins Netz stelle:

Ich war am *alten Peter* in München – bin alle durchbrochenen Holzstiegen hinaufgegangen – es war mir zwar etwas mulmig, doch ich schaffte es, kam ganz oben an – ging raus – umrundete den Turm – und ging wieder runter.

Ich weiß noch nicht, ob ich meine Höhenangst ganz besiegt habe – werde es aber sicher im Laufe des Jahres erfahren – und diese Zeilen hier ergänzen.

Ruine Schrattenstein – 31.4.2001

Es gab zwischenzeitlich schon einige kleinere Erfolgserlebnisse bezüglich Überwindung der Höhenangst, doch eine Foto-Session anlässlich einer von mir erstellten HomePage führte mich zu Panikplätzen meiner späteren Jugend.

Ich hatte es vor ca. 20 Jahren schon einmal geschafft, die Ruine Schrattenstein zu erklimmen – doch damals wollte ich mich vor einem *neuen Bekannten* nicht blamieren – und vor einigen Jahren durchquerte ich mit weichen Knien die Johannisbachklamm.

Diesmal ging es um Fotos und wir machten uns auf – auf eine insgesamt 6 Stunden dauernde Wanderung (mit viel fotografieren und Regenschauer und gut essen zwischendurch). Und neben einigen guten Fotos brachte es wieder einmal einige Erfolgserlebnisse.

Die Ruine bergauf zu erklimmen bereitet absolut kein Problem – oben der Blick ins Tal verursacht etwas weiche Knie und leichte Schwindelanfälle, doch durch Konzentration darauf, dass dieses Problem, eine Problem der Kindheit und Jugend war, schaffe ich es, es relativ gut und schnell in den Griff zu bekommen.

Der Abstieg verursacht mir nur ganz kurz eine kurze Nachdenkpause, welche aber binnen kürzester Zeit in gezieltes Finden von Auftrittmöglichkeiten endet. Nach einer ausgiebigen Stärkung machen wir uns in die Johannesbachklamm auf – welche ich furchtbar in Erinnerung habe.

Solange es nur am Bach entlang geht, beginne ich nicht einmal nachzudenken, ob ich Probleme bekommen könnte, und auch die Holzstege am Rand bereiten mir keinerlei Kopfzerbrechen – bei den wenigen Brücken über den Bach halte ich mich einfach auf beiden Seiten an und schreite relativ locker darüber hinweg.

le Donon – Nordvogesen 1008 m – 13.5.2001

Einen weiteren großen Schritt zum Erfolg machte ich mit dieser *Bergbesteigung*. Schon der Aufstieg *lt. Elsaß-Führer muss man das letzte Stück zu Fuß gehen* entpuppte sich als Odyssee – und das nicht nur, weil wir uns eine Stunde wie die Gämsen nach oben kämpften.

Ich stellte fest, dass ich sicherer auf meinen Beinen unterwegs bin – ich habe kein Problem mehr, von einem wackeligen Stein zum anderen zu steigen. Speziell beim Rückweg konnte ich dies feststellen – war ich früher verkrampft wenn ich durch etwas steileres steiniges Gelände unterwegs war, so trabte ich diesmal frohen Mutes ins Tal.

Die *erste Mutprobe* sollte ein Felsen mitten auf einer Wiese darstellen – Fritz will mich fotografieren und ich gehe relativ weit zum Rand – zugegeben, ich stelle mich nicht ganz zum Abgründchen – aber vor einem Jahr wäre ich nicht mal in Versuchung gekommen, auch nur die paar Meter vorzugehen.

Beim keltischen Tempel oben am Berg angekommen befallen mich kurzfristig wieder die alten Verhaltensmuster. Wir *klettern* auf das Plateau, welches durch kreuzförmig angeordnete Spalten unterbrochen ist – sie sind nicht breit – vielleicht 30 bis 50 cm – aber zu breit um locker drüber hinweg zu steigen.

Es sind Risse in dicken Felsbrocken – und ich sehe etwas in die Tiefe – nicht wirklich weit – 1 oder 2 m – aber 1 oder 2 m zu viel 😉 Fritz hält mir die Hand hin, um über die erste Spalte zu steigen – und ich schaffe es relativ locker.

Danach bittet er mich, mich auf die äußerste Platte zu stellen, um ein Beweisfoto zu schießen – und ich habe leichte bis mittlere Probleme die nächste Spalte zu überwinden – ich beschließe – innen rum zu gehen und schaffe es diesmal ohne Hilfe.

Nach dem Foto nehme ich all meinen Mut zusammen und überquere die äußere Spalte – und überlebe es ohne bleibende Schäden – zurück zum Tempel lehne ich seine Hand bereits ganz keck ab – und überquere *die erste* Spalte diesmal ganz locker.

In der Mitte des Plateaus besteigen wir den Tempel und ich teste aus, wie weit ich zum Rand vorgehen kann – ohne größere Probleme zu bekommen – und ich stelle fest, dass ich ziemlich am Rand stehen kann – auch wenn es ca. 2 m runter geht bevor zarte grüne Wiesen anfangen.

Solange ich leicht gegrätscht stehe und zu Boden blicke hab ich überhaupt kein Problem – die Knie werden etwas weich, sobald ich dann den Blick hebe und über das Tal schaue – da werde ich etwas unsicher – es ist aber auszuhalten 😉

Nach diesen Erkenntnissen machen wir uns auf den Rückweg ins Tal – und er fällt mir wesentlich leichter als erwartet – ich habe nicht mehr bei jedem Steinchen Angst, auszurutschen, mir den Fuß zu brechen – oder was weiß ich was alles.

Und aus diesem Grunde geht es einfach locker und zügig dahin – mir fällt wieder einmal ein Spruch ein, den ich irgendwann und irgendwo mal gehört habe:
Wer mit der Natur eins ist, braucht sie nicht zu fürchten.

In diesem Sinne schreite ich mutig talwärts und freue mich an der strahlenden Sonne, der frischen Luft und überhaupt am Urlaub 😉

NLP-Master-Practitioner 2001

Was soll ich sagen?
Ein neuer Abschnitt – neue Erkenntnisse – neue Fort-Schritte

Ich war wieder einmal bei einer Familienaufstellung dabei – in dessen Ablauf Roman so nebenbei erwähnte, dass meist beim frühen Tod eines Familienangehörigen ein anderes Familienmitglied unbewusst dessen Stelle einnimmt – und dies in vielen Fällen zu Höhenangst führen kann – naja, das ist ne weitere Ursache – als ich 13 Jahre alt war starb mein Stiefbruder bei einem Autounfall – anscheinend nahm ich seinen Platz ein.

Und ich habe auch wieder mit diesem Thema gearbeitet- in einigen Übungen meinem Bruder die Bürde die ich mir in seinem Andenken aufgeladen habe, wieder zurückgegeben – mir den Segen meiner Ursprungsfamilie geholt, ab nun mein Leben zu leben – und zwischenzeitlich stehe ich locker im ersten Stock an einer schmiedeeisernen Brüstung – oder klettere die Leiter hoch um etwas an der Decke zu befestigen.

Und heute *13.8.2001* wurde ich von einem Fernsehsender angerufen, ob ich Interesse hätte, in einer Talkshow mitzuwirken – Thema Höhenangst. Im Endeffekt wurde die Sendung *und die Aufzeichnung dazu* verschoben – aber es hat mir zumindest bestätigt, dass man und frau meine Seiten im Internet finden – und dass einiges dabei ist, was auch für Andere von Interesse ist.

Ich werde weiter mit der Höhenangst arbeiten – nicht mehr mit meiner – die habe ich ad acta gelegt – aber ich werde anderen helfen, dieses Problem in den Griff zu bekommen – und ich bin überzeugt, dass gerade ein Mensch, der ein Problem selbst gelöst hat, auch Anderen bei der Bewältigung besser helfen kann.

Ach ja, es gibt ein neues Thema – aber das ist eine andere Geschichte ;-))))

Juni 2004

Habe schon ewig nichts mehr geschrieben zu diesem Thema, werde ich hiermit nachholen.

Es gab einen weiteren großen Schritt in Richtung *keine Höhenangst mehr*  am 13.10.2003 machte ich eine Rückführung – es war ein tolles Erlebnisses – vorher für mich nicht vorstellbar, wie es sein könnte, in frühere Inkarnationen zu gehen.

Kurz und gut – ich *kippte* in ein Leben, in welchem ich am Rand einer Klippe stand – mit gebundenen Händen – und wusste, dass ich im nächsten Moment hinunter gestoßen werden würde – es war genau das Gefühl, was ich immer hatte, wenn ich irgendwo stand, wo es kein Geländer gab.

Und der Rückführungsleiter führte mich weiter – ließ mich diesen Schritt machen – begleitete mich, als ich gestoßen wurde und fiel – ich fühlte mich sehr sicher – ließ es geschehen *mich fallen zu lassen* – es war ein unbeschreibliches Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit – und ich spürte nie den erwarteten Aufprall – ich flog einfach davon – begleitet von den einfühlsamen Worten meines Rückführungsleiters.

Ich habe seither noch nicht getestet, wie es mir auf Aussichtswarten geht – aber es ist auch nicht wirklich wichtig – wichtig für mich war die Erkenntnis, woher es kam – diese Phobie, nicht irgendwo vor zu treten – ich hab’s am Wochenende bei einem Neubau getestet – an den Rand eines geländerlosen Balkons zu treten – das Schwindelgefühl ist noch immer da – aber es ist trotzdem anders – ich fühle mich sicherer – ich weiß, dass mich keiner mehr stoßen wird – jetzt muss es nur mehr der Körper lernen, diese Automatik auf zu lösen – und das geht jetzt einfach – mit einem Six-Step-Refraiming.

Es war noch einmal Thema – eben an dem Wochenende als ich bei *Kristall-Licht-Transformation* teil nahm, da kamen nochmals Bilder hoch – vom runterfallen, weil gestoßen werden – Erinnerungen an die Kindheit, als ich mit meinen Stiefbrüdern und meinem Vater an *einer Klippe stand* und befürchtete, hinunter gestoßen zu werden. Es hatte nichts mit den zu der Zeit anwesenden Personen zu tun – es hatte mit einem Erlebnis aus einem früheren Leben zu tun.

Und es ist mir auch egal – ob es tatsächlich ein früheres Leben war – oder ob es Erinnerungen aus meinem Familiensystem sind – wichtig für mich ist, dass es irgendwann früher ein Erlebnis gab, welches sich in meinem Unbewussten tief eingeprägt hatte – und dass es *im Hier und Jetzt* an mir liegt, mich ähnlichen Themen unvoreingenommen wieder auseinand zu setzen.

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